Opernhaus Düsseldorf
12.04.2019 – 12.05.2019

b.39

(c) Gert Weigelt

DANCES WITH PIANO (DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG) Hans van Manen

Drei Paare. In klassischen Ronds de jambe kreisen die Tänzerinnen mit ihren Spitzenschuhen über den Boden. Alle bringen jedoch eine eigene Persönlichkeit mit – und schon eröffnet sich dieser geradezu simple, an eine einfache Übung erinnernde Beginn hinein in jene Welten, in die der niederländische Tanzschöpfer Hans van Manen immer wieder aufs Neue in seinen großartigen Werken eintaucht: das Aufeinandertreffen von Menschen, Frauen und Männern, stets auf Augenhöhe ihre Kräfte messend. Dass es bei den anfänglichen Paarkonstellationen nicht bleibt, ist klar. Wie im echten Leben tritt ein Dritter zwischen eine Verbindung, Beziehungen brechen auf, ein Spiel beginnt … Mit den 2014 mit sechs Solisten von Het Nationale Ballet Amsterdam uraufgeführten „Dances with Harp“ ist ein weiteres Meisterwerk Hans van Manens mit dem Ballett am Rhein zu erleben – in einer neuen Fassung als „Dances with Piano“ mit der jungen, preisgekrönten Pianistin Schaghajegh Nosrati.

ATMOSPHÈRES (URAUFFÜHRUNG) Martin Chaix

„Ich kehre als Gast zurück, aber fühle mich hier zuhause“. Von 2009 bis 2015 war Martin Chaix Tänzer des Balletts am Rhein und kreierte mit „We Were Right Here!!“ sein erstes Stück für das Ensemble. Mit „Atmosphères“ schenkt der heute freischaffende Choreograph seinen ehemaligen Kollegen nun ein neues Ballett, dessen Titel er der gleichnamigen Komposition György Ligetis entlehnt. Seine Musikwahl ruft eine vielgestaltige Welt ins Leben: Ligetis „Atmosphères“ sowie Krzysztof Pendereckis „Intermezzo“ erscheinen Martin Chaix wie ein Orkan – eine dunkle, abstrakte Szenerie, die zwischen einer kontemplativen Spannung und heftigen Wucht hin- und herschwingt. Im Auge dieser Naturgewalt befindet sich dagegen eine unerwartete Ruhe: Zum Adagio cantabile aus Beethovens „Pathétique“ entfaltet sich ein Ort der Emotionen, in welchem die Sehnsucht nach vergangenen Zeiten schwebt. Eine Insel des Innehaltens und der Introspektion.

44 DUOS (URAUFFÜHRUNG) Martin Schläpfer

44 Duos für zwei Violinen werden zu Auslösern von 44 Tänzen! Nach den musikalisch groß besetzten Balletten „Schwanensee“ und „Ulenspiegeltänze“ kehrt Martin Schläpfer zu der von ihm hochgeschätzten, intimeren Kammermusik zurück: Béla Bartóks 44 Duos, jene von Volksliedern und -tänzen inspirierten Miniaturen, die der Komponist eigentlich zu pädagogischen Zwecken schrieb, ohne an eine Aufführung zu denken. Einem Hochzeitslied folgt ein Wechselgesang, um im Anschluss Raum für eine slowakische Melodie zu bieten ... Es sind die scheinbare Naivität und der Geist dieser Stücke, die Martin Schläpfer faszinieren, ähneln sie doch den Übungen, die einen Tänzer ein Leben lang prägen: die Essenz der beinahe vergeistigen Arbeit eines jeden Künstlers, der sich auf sein Instrument konzentriert und täglich zunächst zum Einfachsten zurückkehrt.

Dauer b.39: ca. 2 ¼ Stunden, zwei Pausen / Empfohlen ab 12 Jahren

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